Liteville 301 MK10 - Getested

by Richard Cunningham
Dec 10, 2012
TESTED
LITEVILLE
301 MK10
Words Richard Cunningham
Photos Ian Hylands

Das Liteville 301 MK10 ist ein hochrangiges AM/Trail-Bike, durch und durch bestückt mit Innovationen, von denen die Meisten allerdings, durch das einfache Alu- Diamantrahmen-Design gut getarnt sind. Die Marke Liteville ist vielleicht nicht jedem Mountainbiker geläufig, aber der feine Deutsche Rahmenhersteller ist unter den fachkundigen Mountainbike Alpinisten durch die Kombination von solider Abfahtscharakteristik und guten Klettereigenschaften durchaus namhaft. Ein Laie mag das 301 durchaus als ein aufgemöbeltes XC Bike abweisen, da es keine auffälligen ausserirdisch gleichende, überzogene X-Rahmendesigns mit Foo-Links besitzt, die bei heutigen modischen All-Mountain Bikes so geläufig sind. Unter denjenigen, die mit der Marke vertraut sind, wäre das ein lächerlicher Fehler.

 

Simples Design, aber durchdacht konstruiert, spricht Liteville den anspruchsvollen All-Mountain-Biker an, der mit dem Bike-Zirkus vertraut ist, und Eigenschaften wie minimales Gewicht, gutem Vortrieb, vertrauenswürdiges Handling über Trend - Rahmenformen und  Materialien bevorzugt. Unser getestetes 160 Millimeter-Federweg 301 wog 26.63 pounds (11.66 kg) ohne Pedale und in der Rahmengröße M. Der Rahmen wiegt nach Herstellerangabe 5.34 pounds (2450 g). Das ist verdammt leicht für ein AM Bike, aber für den Fall, dass sich jemand wegen dem geringen Gewicht Gedanken machen sollte, Liteville´s EVK von $2595.- für Rahmen und Dämpfer wird von einer 10 Jährigen übertragbaren Garantie begleitet, die keine Fahrergewichts - oder Einsatzeinschränkungen aufweist.



Liteville 301 MK10 side shot

Liteville 301 MK10 Details:

• Einsatzbereich: All-mountain, Trail, Enduro
• Rahmen: Konifiziert und mit spezieller Wärmebehandlung
• Viergelenkfederung: 160 oder 140 millimeter  Federwegsoptionen
• Empfohlener Federgabelhub: min. 150 mm (545 – 585 mm Einbaumaß)
• Tapered Steuerrohr mit integrierten 2-Fach gedichteten Edelstahl-Industrielager
• Industriegelagerte Rahmendrehpunkte
• ISCG-03 Kettenführungsaufnahme
• Für höhenverstellbare Sattelstütze ausgelegt (mit der Verwendung einer Reduzierhülse)
 • Syntace X-12, 142 mm Achssystem and Schaltauge mit Sollbruchstelle.
• Oversize 34.9 mm Sattelstützenmaß
• Federelement: Fox RP 23 CTD mit Kashima Beschichtung



• Federgabel (ausgestattet): RockShox Revelation WC Black Box 150 mm Federweg
• Sonstiges: Syntace SCS integrierte Kettenführung und P6 Sattelstütze
• 180mm min. Bremsscheibendurchmesser, PM Bremsen
• Sechs Größen von XS bis XXL
• Variable Geometrie, Rahmengrößenspezifisch
• Laufradgrößenoptionen für die Randgrößen
• Reifen bis 2.5´´ (alle Hersteller)

• Farboptionen: eloxiert schwarz, raw alu oder weiss.
• 5-Jahre uneingeschränkte Garantie plus 5-Jahre Crash-Replacement-Garantie
• Rahmengewicht (M): 2800 Gramm ohne Dämpfer
• UVP $2723 USD (Rahmen, Dämpfer, Steuersatz und X-12 Achse)
• Geschätzter Anschaffungspreis des Testrades: $6595 USD

Liteville USA



Der 301 MK10 Rahmen

Die Liteville-Ingenieure habe einen Rahmen in einer Gewichtskategorie geschaffen der ebenbürtig mit Carbon-Rahmen der Konkurenz ist. Dies haben sie erreicht, indem sie jedes Rahmenelement analysiert haben und so konstruiert haben, dass alles perfekt als System zusammen harmoniert. Der geschweißte Alu-Rahmen wurde härtesten Laborprüfungen unterzogen und musste sich dann auf den Trails erst beweisen um sicherzustellen, dass sich das Bike auf dem All Mountain Schlachtfeld behaupten kann. Obwohl das Liteville 301 nun schon seit einigen Jahren existiert, wurde es in regelmäßigen Abständen überarbeitet, und besitzt nun ein komplett überarbeitetes Design.

liteville MK 10 Tapered head tube ISCG 05 chainguide tabs Syntace derailleur guard.
  (Von links) Das getaperte Liteville-Steuerrohr kann auch auf 1 1/8 Gabelschäfte angepaßt werden. Ein Blick unter das Tretlager zeigt die ISCG-03 Aufnahme, ein intern verlegtes Schaltkabel und eine Ersatzschaltwerkhängerschraube für das Syntace X-12 Ausfallende, welches in das Tretlagergehäuse geschraubt ist. Horst-Link-Ausfallenden und ein schicker optionaler Syntace Schaltwerkschutz.

  • Der 301-Rahmen entsteht aus oversize Rohrsätzen mit einem extrem hohen Verformungsgrad und mit bis zu fünf Konifizierungen pro Länge und laut Liteville aus einer speziellen hochfesten Alu-Legierung.

Jedes Rahmenrohr wird extrudiert, konifiziert oder verformt um die auftretenden Belastungen in seinem Einsatzbereich Stand zu halten, ohne ein Gramm Material zu verschwenden – die linke und rechte Kettenstreben bestehen sogar aus komplett unterschiedlichen Rohrsätzen. Das Sitzrohr ist für eine erhöhte Steifigkeit im Bereich des Tretlagers nach unten hin drastisch getrichtert, nach oben hingegen, ist die Wandstärke erhöht um mehr Stabilität im Bereich der Dämpferaufnahme bieten zu können. Vorne hat das 301 ein getapertes Steuerrohr, so geformt, dass es die voll integrierten doppelt gedichteten Edelstahllager direkt aufnehmen kann. Das Oberrohr ist so geformt, dass es an der Unterseite eine Kuhle aufweist, indem das Kabel für eine höhenverstellbare Sattelstütze verlegt werden kann. Ausserdem sind Töpfchen an ausgewählten Stellen in den Rahmen geschweißt um die Kabel sauber verlegen zu können und somit sicherzustellen, dass der Dämpfer die Schaltqualität nicht beeinträchtigt wird.   

 

Alle Schweißnähte werden mit einem zweiten Schweißvorgang behandelt. Dieser zweite Schweißvorgang mit dem WIG-Schweißgerät, gibt der Schweißnaht eine glättere Erscheinung. Viel wichtiger aber noch ist, dass dieses Verfahren die Spannungskonzentrationen der Rahmenknotenpunkte reduziert. Zeit und Prüfuntersuchungen haben bewiesen, dass diese Behandlung die Ermüdungslebensdauer eines geschweißten Alu-Rahmens um mehrere Jahre verlängern kann.      

 

Syntace und Liteville sind verbündete  Firmen, daher sind auch sämtliche innovative Syntace-Komponenten in den Rahmen integriert. Wie z.B. das Syntace X-12 Steckachsensystem mit seiner Hängerschraube mit Sollbruchstelle, einen optionalen integrieten Schaltwerkschutz, die Syntace Chainguide System (SCS) Kettenführung, und die 480mm lange P6 Sattelstütze, welche in das Rahmendesign integriert wurde um die Überstandshöhe zu verringern. Das 301 ist zweifellos als ein System vom Komponenten konzipiert, die alle zu der Performance des Rahmens beitragen.  

 

Das Fahrwerk

Litevilles Viergelenkhinterbau steuert den unverkennlichen 301 Oberrohr-Umlenkhebel an, welcher den Dämpfer beim Einfedern gegen ein eingeschweißtes Verstärkungsblech unter dem Sitzrohr zusammendrückt. Diese ungewöhnliche Konstruktion ist so konzipiert, dass die eingeleiteten Federkräfte genutzt werden um den Spannungsfluss im Rahmen zu neutralisieren. Dadurch werden die Belastungen im Bereich des Oberrohr und Sitzrohr verringert. Wenn man das Einfedern des schmalen Umlenkhebels über dem Oberrohr das erste Mal beobachtet, bekommt man den Eindruck es ist ein chirurgisches Werkzeug um den männlichen Genitalbereich im ungünstigsten Moment zu entfernen. Dem ist aber nicht der Fall. Die Umlenkhebel sind so plaziert, dass sie von dem Sattel geschützt sind. Ausserdem, wenn man das Ausmaß an Entwicklung betrachtet, die hinter dem 301 stecken, sollte man nicht mehr verwundert sein darüber, dass kein einziger Fahrer die Umlenkhebel während des gesamten Tests auch nur gestreift hat.

liteville MK 10 RockShox Black Box Revelation fork and Fox Float CTD shock
  Wir erwarteten nicht, dass wir mit der RockShox Revelation besonders beeindruckt sein werden, wenn wir das Rad etwas härter hernehmen, aber die 32mm Gabel hat uns das Gegenteil bewiesen. Litevilles Oberrohrumlenkhebel ist außergewöhnlich, aber es funktioniert, - und die Schlichtheit trägt zu dem aufgeräumten Erscheinung bei.

Liteville hat das Fahrwerk so ausgelegt, dass es guten Vortrieb bietet wenn der Dämpfer in seiner aktivsten Einstellung ist. Die Fahrwerksgeometrie ist so ausgelegt, dass ein Verlängern der Kettenstrebe  während des gesamten Einfedern nicht auftritt. Laut Liteville, ergibt dies ein Fahrwerk welches erlaubt auf Unebenheiten anzusprechen während der Fahrer gemütlich dahintritt. Dasselbe sollte auch beim Bremsen gelten, da das 301 mit einem Horst-Link-Ausfallende ausgestattet ist, welches Bremseinflüße und Federung von einander entkoppelt, indem der Bremssattel auf der entkoppelten Sitzstrebe des Viergelenkhinterbaus angebracht ist. 



Liteville 301 MK10 sag position indicator
  Den Dämpfer mit dem richtigen Luftdruck einzustellen ist einfach. Das 301 hat einen kleinen Stift der an dem Oberrohr angebracht ist. Wenn dieser auf gleicher Höhe wie der rote Stift ist, ist der Dämpfer richtig eingestellt.


Das 301 MK10 kann durch das Austauschen der Rockerarme mit 140 oder 160mm Federweg gefahren werden. Unseres war die 160 mm Variante. Vorne erlaubt Liteville Federgabeln von 140 bis 160 mm Federweg (545 oder 565 mm Einbaulänge). Die Federung rotiert auf acht gedichteten Edelstahl-Industrielagern, und der Rockerarm hat eine einfach einzustellende Sag-Anzeige, die auf gleicher Höhe mit dem Stift am Oberrohr sein muss, um die richtige Tretlagerhöhe zu bieten. Spacer werden mitgeliefert um sicherzustellen, dass die Lenkwinkeleinstellung optimiert ist und die entsprechenden Reduzierhülsen für die Verwendung von 1 1/8 Gabelschäften werden ebenfalls mitgeliefert.




Custom Geometry

Liteville hat einen großen Aufwand betrieben um sicherzustellen, dass die 301 Rahmen Fahrer jeder Statur passen. Die Rahmen sind in sechs Größen erhältlich, von XS bis XXL. Die Geometrie jeder Größe ist so ausgelegt, dass ein vergleichbares Fahrverhalten geboten wird. Liteville ist in keinerlei Hinsicht eine große Firma, daher ist es verwunderlich, dass die nötige Entwicklungszeit und Herstellungskosten investiert wurden, um die Vielzahl von Hinterbaulängen, Rahmenwinkeln und in manchen Fällen sogar unterschiedliche Laufradgrößen für das 301 anzubieten.

Viele Radfahrer haben unterschiedliche Beinlängen und Oberkörperproportionen, daher hält Liteville bei allen Größen das Oberrohr tief und das Steuerrohr kurz um unterschiedliche Oberrohrlängen anzubieten ohne Überstandshöhe zu verlieren. Dies sollte diejenigen, die einen längeren Oberkörper haben zufriedenstellen. Für große Fahrer oder diejenigen, die lange Beine haben, verwendet Liteville eine Verstrebung zwischen Oberrohr und Sitzrohr und ist für Liteville`s oversize 34.9er Sattelstütze ausgelegt, um ungewollten Flex zwischen Fahrer und Bike zu verhindern. Litevilles entscheidendes Endresultat ist, dass jeder, der sich für ein Liteville entscheidet, ein Rad bekommt welches mit maßangefertigten Rahmen konkurieren kann.

Körperanpassung is nur ein Teil des All-Mountain-Rezeptes bei dem hohe Geschwindigkeiten zusammen mit schwierigem Terrain zu bewältigen sind. Der 301 Lenkwinkel ist mit 66° flach genug und das Tretlager ist mit 13.9``  tief genug, dass Spaß im steilen Gelände aufkommt. Die 74° des Sitzwinkels bringen das Fahrergewicht nach vorne, welches für Kurvenhalt und Kontrolle im technischen und steilen Anstiegspassagen sorgt. Der Radstand ist mit 45.6`` etwas lang, aber die relativ kurzen 16.9`` Kettenstreben sorgen dafür, dass der Großteil des zusätzlichen Radstandes im vorderen Mittelpunkt sind. Litevilles Rahmengrößen-System erlaubt Fahrern ihren Radstand zu variieren indem sie das 301 nach Oberrohrlänge kaufen und entweder einen größeren oder kleineren Rahmen auswählen. Für diejenigen, die die kleinen Feinheiten schätzen, gibt es sogar eine Rahmengeometrietabelle die nach 140mm und 160mm Federweg und 545 mm (unser Testbike) 565mm Gabeleinbaulänge unterscheidet.



liteville MK 10 geometry chart



Komponenten Check

Liteville verkauft den 301 MK10 Rahmen, zusammen mit einem Kashima beschichteten Fox RP23 CTD Federelement und X-12 Steckachse in einem unbeschichteten Alu-Finish, schwarz eloxiert oder weiss. Um den Einsatzbereich des 301 zu unterstreichen, hat Syntace uns das Rad als All-Mounatin/Trail Bike aufgebaut. Vorne federt eine 150 mm RockShox Revelation, auf 545 mm verlängert. Bremsen und 2x10 Schaltung waren Shimano XTR. Die Kurbel war mit einem schicken CNC Alu Syntace Bashring ausgestattet, genauso wie das Schaltwerk. Das 301 rollte auf 2.35 Zoll Schwalbe Hans Dampf Reifen, die auf neue Syntace 35 Millimeter breite W35 Laufräder aufgezogen waren. Für das Cockpit kamen ein Syntace Oversize 740 mm Vector Carbon Lenker und ein 50mm Alu Megaforce2 Vorbau zum Einsatz. Das komplette Rad wog nur 11.66Kg ohne Pedale. Für den Test wurde später noch eine RockShox Reverb höhenverstellbare Sattelstütze verbaut, welche nochmals über 450g Zusatzgewicht brachte.


  Wayne Wonnacott fährt Chewys line irgendwo in Sedona.


Liteville 301 MK 10 Trail Test

Etwas beschleunigen, die erste Kurvenpassage wegdrücken, und der erste Eindruck wird sein, dass das Liteville 301 einem eine neue Perspektive des Trailfahrens zeigen wird. Es fühlt sich effizient an, ruhig und kompetent. Der Rahmen ist etwas länger, und das Lenkverhalten ist etwas langsamer wie die meisten gängigen 26`` All-Mountain Designs. Wenn man auf einem typischen XC trail dahinrollt, bekommt man den Eindruck, dass das Bike zu geschmeidig und zu ausgeglichen auf dem Trail liegt. Fährt man aber über einen technisch anspruchsvollen Drop, oder einen steilen Anstieg, dann lebt es auf. Für diejenige, die technisches Terrain lieben, bringt das Endprodukt mit seinem Doppel-Charakter zwischen schwierigen Passagen eine willkommene Erholung.

Fahrwerkseinstellung: Nach etwas herumprobieren stellten wir fest, dass man am Besten die empfohlene Sag-Einstellung nicht ganz unbeachtet lässt. Wenn man den Dämpfer nach der Sag-Anzeige einstellt, fühlt sich das Fahrwerk zu weich an, besonders für guten Vortrieb, aber es stellte sich heraus, dass das Liteville sich am besten fortbewegen lässt, das beste Kurvenverhalten hat und am besten klettert, wenn der Sag auf 30% eingestellt ist – also wenn die beiden Sag-Stifte sich gegenüber stehen - welches für unseren 81kg-Mann, inklusive Rucksack und Austattung, bei 175psi war. Abgesehen von einem lauten Freilauf, war das 301 sehr leise, und dieses Empfinden überträgt sich auch auf das gesamte Fahrverhalten.

Beschleunigung und Klettern: Anfänglich testeten wir das 301 mit leichten Specialized Ground Control 2.35 Reifen und fanden es recht schnell im Flachen, mit einer dynamischen Beschleunigung, aber nicht ganz wie ein XC-Racebike. Später als wir größere Schwalbe Reifen montierten, wurde das Bike zwar etwas langsamer, blieb aber auf allem was nicht befestigt war, verspielt.  Man hat schließlich an beiden Enden über 150 mm Federweg, daher muss man etwas vorausplanen wenn man ein explosives Angriffsmanöver machen will, indem man die Plattform von Gabel und Federelement maximiert. In der Praxis, brauchten wir dies selten, wenn überhaupt, denn das Federverhalten unterstützt den Poweroutput indem es im Flachen kleine Unebenheiten schluckt und beim Klettern ohne einem die Kraft zu rauben Unebenheiten wegbügelt – dies war im Sitzen und im Stehen so.



  Das aktive Federverhalten war ein Plus auf Sedonas ruppigen Trails. Liteville ist einer der wenigen Hersteller, welche die Lizenz haben eine Horst-Link/FSR-Federung zu verbauen – und es ist eines der besten Umsetzungen die wir je gesehen haben.



Auf anspruchsvollen Trails: Mit Specialized-Reifen ausgestattet, war das Kurven – und Bremsverhalten berechenbar, aber so war auch immer etwas Driften beteiligt. Zum Glück ist es ein Bike, welches sich mit seinem tiefen Tretlager und etwas längerem Radstand leicht driften lässt. Als wir aber, die Schwalbe 2.35 Hans Dampf montierten, fuhr es wie auf Schienen um die Kurven. Wir hatten sämtliche Gelegenheiten das Geradeaus- Kletter und Brems-Traktionsverhalten zu testen und das Bike verhielt sich ähnlich. Der etwas längere Rahmen gepaart mit Monster-Schwalbe-Reifen liesen keine Ausreden mehr um einen technisch anspruchsvollen Trailabschnitt zu umfahren.

Man bleibt am besten mittig auf dem 301 und nur eine geringfügige Schwerpunktverlagerung ist nötig wenn es steil wird. Die Front muss etwas mehr angehoben werden wie bei anderen AM-Bikes, um das Vorderrad über Löcher oder Hindernisse zu heben, und die Hinterradfederung ist weich und langhubig, daher muss man dem Rad schon etwas `Pop` geben um beide Räder in die Luft zu bekommen. Ebenso bleibt das Rad tendenziell schön am Boden kleben, außer man nutzt gezielt kleine Absprünge und Bodenwellen um etwas mehr Zeit in der Luft zu verbringen. Wenn man aber mit dem 301 abhebt, sind Landungen keinerlei Problem, auch wenn man die angepeilte Landung verpeilt oder ins Flache springt.

Federverhalten: Mit großvolumigen Reifen, fast ein drittel Sag des am Hinterbau verfügbaren 160mm Federwegs, fährt sich das Liteville wie ein Sofa. Mit der Gabel auf 25% Sag eingestellt, wird der Lenkwinkel um etwa ein Grad flacher, das Tretlager senkt sich ca. 6 mm und das gesamte Fahrverhalten profitiert davon. Die Hinterradfederungskurve beginnt mit wenig Widerstand, welches ein gutes Ansprechverhalten im ersten Teil des Federwegs bietet, und wenn man den vollen Federweg braucht scheint unendlich viel Federweg zur Verfügung zu stehen. Dies deutet an, dass die Federwegskurve am Ende steil ansteigt.

Vorne, hat die 150 mm RockShox Gabel unsere Erwartungen übertroffen. Das Lenkverhalten war Präzise und die Federperformance war über die gesamte Geschwindigkeitsbandbreite geschmeidig – nicht schlecht für die `old school´ 32 mm Standrohre, 15 mm Steckachse und Karbongabelbrücke. Nachdem die Gabel 10 Stunden feinen Süd-West-Mikrostaub ausgesetzt war, wurden die Dichtungen etwas klebrig, aber etwas Kettenöl brachte die Gabel schnell wieder in Schwung. Typischerweise, wäre die Formel für ein Fahrwerk mit viel Federweg, eine Gabel zu wählen welche etwas mehr Hub hat als der Hinterbau. Durch das kleine Extra an Sag welches Liteville in das 160 mm Fahrwerk mit eingebaut hat, passte die 150 mm RockShox Gabel aber gut.    

 

Zusammenfassung: Das 301 bewährte sich als ultra-zuverlässiges Bike welches durchaus das eine `Bike für Alles´ für versierte Fahrer sein könnte. Das 301 ist leicht, schnell und für das anspruchsvollste Gelände geeignet. Dazu ein effizienter Vortrieb und Leistungsübertragungsfähigkeit und man hat ein Rezept für Erfolg. Der einzige nennenswerte technische Mangel, war das seltene aber lästige Abrutschen der Kette vor der Syntace Kettenführung, wenn man vom großen Kettenblatt auf das Kleine schaltet. Man konnte zwar weiter treten, aber das Geräusch ging nicht weg, bis man kurz vom Gas ging oder kurz rückwärts kurbelte. Unser Testbike war mit super breiten Syntace W35 MX Laufrädern ausgestattet, welche die Breite und das Volumen der Schwalbe Reifen fast auf Dimensionen eines 2.5´´ DH Reifens brachte, und zu den ausgezeichneten Kletter – und Kurvenverhalten beigetragen haben.        


Komponenten Report:

• Syntace X-12 Steckachsensystem ist ein Plus, aber die Inbusschlüssel-Bedienung könnte im Wettbewerb ein Zeitvergeuder sein.
• Syntace Rockring auf Shimanos XTR Kurbel ist eines der besten 2x Systeme die wir je gefahren sind.
• W35 MX Laufräder mit 1680 g sind die perfekte Leistungsteigerung für diejenigen, die auf der Suche nach leichten Laufrädern mit Big-Bike Traktion sind. 
• Oversize P6 Sattelstützen-Design benötigt eine Reduzierhülse für eine höhenverstellbare Sattelstütze.
• Der Steuersatz erlaubt kein Nachrüsten eines winkelverstellbaren Steuersatzes - für diejenigen, die diese Option haben müssen.
• Der Syntace Schaltwerkschutz kann einem im steinigen Terrain ein Schaltwerkausfall ersparen.
• Die zwölf Grad des Vector Carbon Lenkers reduzieren die effektive Länge des Vorbaus um 10 bis 20 Millimeter.

liteville MK 10 and RC at Sedona High Line
  Die lange Front des Liteville und das prezise Lenkverhalten verwandelten Sedonas anspruchsvollen Redrock in einen Spielplatz.


Pinkbike's take:
bigquotes Das Liteville 301 ist der Beweis, dass es doch noch erfreuliche Überraschungen im Mountainbike-Universum zu entdecken gibt. Wer hätte es gedacht, dass ein klassischer, Alu-geschweißter Diamantrahmen druch einen neuen Denkansatz ein konkurrenzfähiges, langhubiges All-Mountain Bike schaffen kann, welches es auch noch mit dem Gewicht von den besten Carbon-Bikes seiner Zeit aufnehmen kann? Litevilles sorgfälltige Anwendung von Naturwissenschaft und Schlichtheit in jeglicher Hinsicht zum Rahmen, und die Integration von Schlüsselkomponenten von Syntace haben bewiesen, dass es möglich ist für einen kleinen Rahmenhersteller über die bekannten großkalibrigen Hersteller zu triumpfieren. Wir können zwar vermuten, dass das ungewöhnliche Rahmendesign mit Vorreiterfeatures die Fantasie der Massen nicht ergreifen wird, aber wir sind ganz sicher, dass es eine geräumige Anzahl von Trail-Bikern, Big-Mountain Spezialisten und Enduro-Racer gibt, die es verstehen. Wenn Sie dazugehören, dann ist das Liteville 301 eine Überlegung wert.- RC (Übersetzung Syntace)